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Das Zschopautal zwischen Sachsenburg und Schönborn-Dreiwerden (bei Mittweida) wird geprägt von reizvollen Auen und schroffen Felswänden. Ein mächtiger Bergrücken bei Schönborn zwingt den Fluß zu einer imposanten Krümmung, die "Biege". Hier streichen, inzwischen seit Jahrhunderten abgebaute, Erzgänge bis zur Erdoberfläche aus und erstrecken sich auf 2184 m bekannter Länge in südöstliche Richtung. In der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts begannen in dieser Gegend die Bergleute nach Erz zu schürfen. Systematisch verfolgten sie weitere, zu Tage ausstreichende, Gangteile und legten Schürfstellen und Tageschächte an. Nur wenige Sachzeugen dieser ältesten Betriebsperiode sind noch vorhanden. Wir finden sie am NW-Hang der "Biege" und am Steilhang des Zschopauufers unterhalb des Huthauses. Der überwiegende Teil altbergbaulicher Zeugen wurde durch spätere Aufforstung und Regulierung der landwirtschaftlichen Nutzfläche eingeebnet. Die Lagerstätte besteht aus einem Gang der barytischen Bleiformation und wurde berg- männisch auf 286 m Teufe erschlossen. Mehrere Nebentrümer dieses Ganges wurden unter- sucht und zum Teil abgebaut. Möglicherweise stammen aus dieser ersten Betriebsperiode auch die alten Tageschächte am Wolfsberg. Sicherlich ist auch in Schönborn der Bergbau zunächst im 14. Jahrhundert zum Erliegen gekommen, da die Erze in den oberen Teufen der Gänge abgebaut waren. Im Jahre 1515 wurde der Bergbau durch den Eigenlehner Weyß in der Schönborner Biege erneut aufgenommen. |
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Mit dem erneuten Aufschwung des sächsischen Bergbaues am Ende des 17. Jahrhunderts begann man auch in der Gemarkung Schönborn mit der Neubelegung der Gruben. Im Jahre 1695 wurde Paul Christoph Zeidler mit einem Erbstolln und einer Fundgrube auf einem Spatgang namens "Alte Hoffnung" belehnt. Bemerkenswert ist das Engagement, mit dem Zeidler den Schönborner (und Sachsenburger) Bergbau mittels Gutachten und interessanter Projekte rasch entwickeln wollte. So zeigte er bereits die Möglichkeit auf, das Wasser der Zschopau durch den Berg zu leiten, um Bergwerksmaschinen anzutreiben. Obwohl silberhaltige Erze angetroffen wurden, ging die zwischenzeitlich gebildete Gewerkschaft 1714 aus dem Grubenfelde, weil das in die unter der Talsohle liegenden Gesenken eindringende Wasser allein 14 Bergleute zum Ausschöpfen erforderte und damit der Bergbau zu kostspielig war. Diese Betriebsperiode ist infolge lückenhafter Dokumente die am wenigsten erforschte, aber für den Schönborner Bergbau entscheidend gewesen. 1736 gab es ein Stollnprojekt am Wolfsberg und 1753 wurde auch die "Alte Hoffnung" in der "Biege" neu belegt. Gleichzeitig betrieb man auch den "Diebshäusel-Stolln" in Schönborn. Von 1776-1781 legte sich die Gewerkschaft, die größtenteils aus Mittweidaer Bürgern bestand, auf den Betrieb des "Wildemann-Stolln". 1781 ging die Gewerkschaft "Alte Hoffnung Erbstolln" zunächst aus dem Schönborner Grubenfeld. Den "Wildemann-Stolln" betrieb danach bis 1804 die Sachsenburger Gewerkschaft "Neuer Segen Gottes". 1792 hat in der "Alte Hoffnung" kurzzeitig der Eigenlehner Müller gearbeitet. Im Jahre 1831 vereinigten sich die Berggebäude und Gewerkschaften "Alte Hoffnung Erbstolln" zu Schönborn, "Reicher und Neuer Segen Gottes" zu Sachsenburg sowie "Hülfe des Herrn" zu Biensdorf zum Communbergbaubetrieb "Alte Hoffnung Erbstolln" zu Schönborn. Bis 1885 ist nun kontinuierlich Bergbau betrieben worden und man hat in dieser Zeit jährlich um 6000 dt Wascherz an die Hütte geliefert. Durchschnittlich erschmolz man daraus 3850 dt Blei und 4 dt Silber. Die Belegschaftsstärke entwickelte sich von einem Steiger und vier Bergleuten 1831 auf 299 anfahrende Knappen im Jahre 1864. Im Jahr der Stillegung waren es noch 79. Die ständig fallenden Preise für Silber, Blei und Schwefel ab 1873 hatten ihre Auswirkung auf den heimischen Erzbergbau. Einerseits stiegen die Gewinnungskosten mit zunehmender Tiefe und Länge der Grube ständig an, andererseits gingen die Erlöse aus dem gelieferten Erz zurück. Das hatte die Einstellung der tieferen Gezeugstrecken ab 1883 zur Folge, weil die bis zur 6. Gezeugstrecke installierte Dampfwasserhaltungsmaschine sehr kostenintensiv war. Die vorgesehenen Erschließungsarbeiten der Lagerstätten im Niveau der 3. Gezeugstrecke scheiterten an starken Wasserzuflüssen im südöstlichen Teil und an sehr großen Verwerfungen und damit letztlich an den erforderlichen Mitteln. Hinzu kam, daß die sehr hohe Gebrächheit der Lagerstätte sehr viel Kosten für den Ausbau verursachte. Nachdem die aufgeschlossenen bauwürdigen Gangpartien im wesentlichen abgebaut waren, kam es am 31.12.1885 auf Beschluß des Sächsischen Landtages zur Schließung der Grube. |
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Interessante technische Lösungen und Neuerungen im sächsischen Erzbergbau haben auch ihren Ursprung in der Silbergrube "Alte Hoffnung Erbstolln". So wurde z.B. 1843 das im Clementine- Kunst- und Treibeschacht von Maschinenmeister Zeller entwickelte Kunstgezeug durch eine Fourneyron' sche Kreiselradturbine in Gang gesetzt. Die Entwürfe für die Verkettung der Baugruppen stammen von den namhaften sächsischen Kunstmeistern Brendel und Braunsdorf. Damit hatte die Turbine im hiesigen Bergbau Einzug gehalten. Die Krümmung der Zschopau ermöglichte es auf direktem Weg, das Flußwasser durch zwei unterirdische Röschen zu den Turbinen zu leiten und auf der anderen Bergseite abzuführen. Die Anlage des insgesamt 530 m langen Röschensystems ist in ihrer Art die wohl einzigartige. Nach der Grubenstillegung erwarb der Fabrikant F.E. Weidenmüller aus Antonsthal i.E. die Grubenanlage und verschenkte diese im Jahre 1904 an die Stadt Mittweida. Trotz wiederholter Aufforderungen durch das Oberbergamt betrieb die Stadt das Bergwerk nicht wieder zur Gewinnung mineralischer Rohstoffe, sondern entnahm bis 1952 das Bergwasser für Trinkwasserzwecke. Von 1949 bis 1950 untersuchte die SAG Wismut die Grubenanlage nach Uran, jedoch ohne Erfolg. Seit 1978 wird die Grubenanlage durch einen Nachnutzungsvertrag vom Verein "Alte Hoffnung Erbstolln e.V." bzw. von seinem rechtlichen Vorgänger "Arbeitsgemeinschaft Historischer Erzbergbau im Kulturbund der DDR" betrieben. |