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Der geologische Rahmen
Das Bergbaugebiet von Schönborn-Dreiwerden liegt im Sächsischen
Granulitgebirge. Dieser metamorphe Kernkomplex nimmt eine elliptische Fläche von ca. 20 mal 50 km ein, deren Begrenzung etwa durch die Orte Roßwein, Hainichen, Frankenberg, Hohenstein-Ernstthal, Waldenburg,
Rochlitz und Döbeln angeben werden kann. Es wird von einem Schiefermantel mit Gneisglimmerschiefer, Glimmerschiefer und Phylliten umschlossen, der z. B. als Höhenzug vom Treppenhauer über den Rossauer Großwald bis
nach Böhrigen zu verfolgen ist. Im Granulit treten stellenweise Granitintrusionen auf, aus dem ehemaligen Dachbereich des Granulitkomplexes sind Gneis- und Schieferpartien abgesunken. Desweiteren können Amphibolite
eingeschuppt sein.
Seine heutigen flachwelligen Oberflächenformen mit steil
eingeschnittenen Tälern erhielt das Granulitgebirge im Tertiär und Quartär. Das Granulitgebirge gehört landschaftlich zum Erzgebirgsvorland. Im Gebiet zwischen Frankenberg und Mittweida hat sich die Zschopau tief in
die Hochfläche des Sächsischen Granulitgebirges eingeschnitten und so einen einzigartigen Landschaftsabschnitt mit steilen Talhängen, Felsen und kleinen Auen geschaffen.
Die Lagerstätte
Im Freiberger Revier, zu dem auch die Grube "Alte Hoffnung
Erbstolln" gehört, kommen vier Haupterzformationen vor (nach Freiesleben):
- - die kiesig-blendige Formation (kb) mit Zinkblende (Sphalerit), Arsenkies (Arsenopyrit),
- Bleiglanz (Galenit) sowie Quarz als Gangart;
- - die edle Braunspatformation (eb) mit Bleiglanz, Pyrit (Schwefelkies) und Karbonaten;
- - die fluor- barytische Bleierzformation (fba) mit Bleiglanz, Kupferkies (Chalkopyrit), Pyrit und
- Fahlerzen sowie Fluorit (Flußspat) und Baryt (Schwerspat) als Gangarten; diese tritt bei
- "Alte Hoffnung Erbstolln" auf; und
- - die edle Quarzformation (eq) mit Silbererzen und silberreichen Blei-Zink-Erzen.
Infolge von Gebirgsbildungsprozessen rissen Spalten im Gestein auf,
die mit Mineralen ausgeheilt wurden. Diese schieden sich im Fall von Schönborn als postvariszische Vererzungen im hydrothermalen Stadium aus, d. h. aus wäßrigen Lösungen verschiedener mineralbildender Stoffe mit
Temperaturen von weniger als 370° Celsius. Die Minerale setzten sich an den Rändern der Spalten ab und es kam zur Gangbildung. Erneutes Aufreißen der Spalten führte zu weiteren Mineralbildungen, die die zuerst
entstandenen Minerale und einzelnen Brocken des Umgebungsgebietes miteinander verkitteten. Die Minerale können in Erzminerale, z.B. Galenit, Tetraedrit (Fahlerz) u.a. sowie Gangarten -die Nichterzminerale-
unterschieden werden, z.B. Quarz, Fluorit und Calcit (Kalkspat).
Ein Amphibolitmassiv am Grubenwehr bei Schönborn zwingt die
Zschopau, die sogenannte "Biege" in einer großen Schleife zu umfließen. Außer dem Amphibolitmassiv am Grubenwehr baut sich die Schönborner Biege hauptsächlich aus einem Keil lokal Cordierit führenden
Biotitgneises auf, der im Norden vom Mittweidaer Granit und auf den beiden Seiten von nach Südost konvergierenden Verwerfungsklüften begrenzt wird. Der Gneis des Keils hat eine flach muldenförmige Lage, er ist an
den beiden Verwerfungen emporgebogen. Der südwestlichen Verwerfung folgt der Hauptgang der Lagerstätte von Alte Hoffnung Erbstolln. Dieser gehört der fluor-barytischen Bleierzformation an und war das Ziel des hier
in vergangenen Zeiten durchgeführten Bergbaues. Am linken Zschopauufer wurde in diesem Gebiet auch ein Gang der edlen Quarzformation im Goldenen Prinzen abgebaut.
Die Schönborner Lagerstätte besteht aus einem stark zertrümerten
Gangzug mit einer Mächtigkeit bis zu 40 m und einer bisher nachgewiesenen Länge von 2184 m, der auf 287 m in seigerer Teufe bebaut wurde. Der Gangzug setzt sich aus einem Hauptgang, der seit etwa 1840
Clementine-Spatgang genannt wird, und mehreren Nebentrümern zusammen. Die Mächtigkeit des Hauptganges beträgt meist 1,5 bis 2,5 m, kann jedoch auch 7 m erreichen. Stellenweise ist der Gang aber nur
0,1 m mächtig oder nur als Ruschelzone verfolgbar.
Der Clementine-Spatgang streicht zwischen 103° und 140°, im Mittel
mit 122° und damit annähernd WNW - OSO und fällt zwischen 60° und 80° gegen NO, im Mittel mit 68°. Von der Streichrichtung WNW -OSO leitet sich die Bezeichnung "Spatgang" ab. Die Lagerstätte ist fast nur
in einer Region mit Gneisglimmerschiefer, Cordieritgneis, Biotitgneis, Amphibolit und Quarzitschiefer untersucht und durchsetzt den Granulit selbst nur auf kurzen Strecken.
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