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Bei einem Streckenvortrieb im Jahre 1867 in der II. Gezeugstrecke
auf dem Clementine- Spatgang ergossen sich nach einer Sprengung 679,44 Liter Wasser pro Minute in die Bergwerksanlage und führten zu erheblichen Betriebsstörungen und dem Aufgehen der Grubenwässer bis
zum Niveau der 4. Gezeugstrecke.
Vermehrte Wasserzuläufe ähnlicher Art führten letztlich zu der
Entscheidung, den Bau einer zusätzlichen Wasserhaltungsmaschine zu realisieren. Da aber eine Erweiterung der
bestehenden Kunst- und Treibeschachtanlage zwangsläufig zu Betriebsstörungen geführt hätte, machte sich das Abteufen eines separaten Schachtes notwendig.
Von Kunstmeister Carl Rudolf Bornemann projektiert, begannen 1869
die Abteufarbeiten des "Herrmann-Kunstschachtes". 1870 erreichte man bereits die Teufe von 201 Meter und vollendete im gleichen Jahr das Abteufen auf 286 Meter. Parallel dazu liefen die
Arbeiten zum Bau eines Maschinenhauses über dem Schacht und in unmittelbarer Nähe die Errichtung eines neuen Kesselhauses.
Im Schacht errichtete die Firma Jacobi aus Meissen (Sachsen) ein
dampfbetriebenes Kunstgezeug, welches im November 1870 in Gang gesetzt werden konnte. Die indizierte Leistung betrug 100 PS bei acht bis zwölf Arbeitsspielen in der Minute bei einem Hub von 2750 mm. Mit dieser
Anlage konnte man nun aus 200 Meter Teufe 2,2 m³ Wasser pro Minute heben.
Nach Schließung der Grube im Jahre 1885 nahm man im Folgejahr die
Schachtverwahrung vor. In 36 Meter Teufe wurde der Schacht abgewölbt und bis Niveau Hängebank mit losem Material verfüllt.
Am 4. April 1986 begannen im Gebiet des ehemaligen
Herrmann-Kunstschachtes Rodungsarbeiten, mit dem Ziel, den Schacht zwecks Wasserentnahme aus der Grube aufzuwältigen.
Bei Arbeiten, die das Ausfördern des verfüllten Materials aus der
Schachtröhre zum
Ziel hatten, stießen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft "Historischer Erzbergbau" (Vorgänger des heutigen Bergwerksvereins) am 23.07.1986 vor Ort auf eine Steingutflasche. Diese war mit einem Holzpfropfen und Bienenwachs verschlossen. Für die ersten Augenblicke hielten die Anwesenden den Fund für einen üblen Schabernack, war doch dieses Ereignis mehr als fragwürdig. Trotzdem, eine zerreißende Spannung ergriff die Anwesenden.
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