Besucherbergwerk Alte Hoffnung Erbstolln Schönborn/Sachsen

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Das Herrmann-Schachthaus im Ortsteil Schönborn Feldstraße 15 ist der Treffpunkt für Gäste des Besucherbergwerkes.

Mit der 1978 erteilten offiziellen Genehmigung zur Nachnutzung von Teilen des Grubenge- bäudes von "Alte Hoffnung Erbstolln" durch die Arbeitsgemeinschaft "Historischer Erzbergbau" waren für Fachinteressenten Exkursionen unter Tage möglich. Der breiten Öffentlichkeit blieben die untertägigen Räume verwehrt, da es sich um keine offizielle Schauanlage handelte.

Die Arbeit der Hobbybergleute ist durch einzelne Betriebe der Umgebung materiell unterstützt worden. Mit dem niedrigen monatlichen Beitrag als Mitglied im "Kulturbund der DDR" waren z.B. auch Versicherungen abgedeckt, so daß die Forschungsarbeit umbeschwert (die materiellen Probleme ausgeklammert) durchgeführt werden konnte.

Mit dem gesellschaftlichen Umbruch 1990 löste sich der Kulturbund im damaligen Landkreis Hainichen auf. Der Verein "Alte Hoffnung Erbstolln" e.V. hat sich als Rechtsnachfolger der Arbeitsgemeinschaft "Historischer Erzbergbau" gegründet. Durch Ausbleiben der Unter- stützungen der Betriebe (die es durch Liqidation teils nicht mehr gab) und fehlender Finanzen seitens des Eigentümers, dem Freistaat Sachsen, entstand das Konzept eines Besucher- bergwerkes. Mit dem Eintrittsgeld der Besucher sollte das Bergwerk weiter erhalten und ausgebaut werden.

Die Vereinsmitglieder führten (und führen) diese Arbeiten in ihrer Freizeit ohne Bezahlung aus. In relativ kurzer Zeit schufen die Freizeitkumpel die Voraussetzungen für sehens- und erleben- swerte Attraktionen für eine ansprechende Grubenbefahrung.

Die Tatsache, daß sich hier unter Tage ab 1843 die erste untertägig arbeitende Turbine im Freiberger Bergbau drehte, annimierte dazu, diese Technik in Lebensgröße zur Demonstration für Besucher wieder aufzubauen. Bestärkt wurde der Verein hierin durch ein, 1993 aus Anlaß des 150. Jahrestages des Turbineninbetriebnahme durchgeführtes, Kolloqium im Rahmen des Berg- und Hüttenmännischen Tages der Bergakademie Freiberg. Die Anwesenden sprachen sich für einen Wiederaufbau aus. Wo allerdings das Geld hierfür herkommen sollte, konnte nicht geklärt werden. Inzwischen sind erste Ergebnisse der Freizeitarbeit unter Tage zum Wiederaufbau unübersehbar.

Seit 1992 erfreut sich das Bergwerk ständig wachsendem Interesse. Mehr als 75 000 Besucher erlebten eine rustikale Grubenbefahrung bei "Alte Hoffnung Erbstolln". Das Besucherbergwerk zählt zu den zehn größten Besucherbergwerken und Schauhöhlen Sachsens.

Sicher könnten noch mehr Besucher das Bergwerk sehen, wenn es perspektivisch gelingt, feste Arbeitsplätze im Besucherbergwerk zu schaffen. Die Initiativen der Vereinsmitglieder in dieser Angelegenheit sind leider durch äußere Einflüsse bisher gescheitert. Unter ungleich schwierigeren Bedingungen haben unsere Bergbaufans in kurzer Zeit ohne Bezahlung in ihrer Freizeit einen Tourismusmagnet geschaffen, während anderswo Hunderttausende und Millionen verbaut worden sind...

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